STELLUNGNAHME ZU DEN AUF INSTAGRAM ERHOBENEN VORWÜRFEN IM KONTEXT DER SONDER-ANKÜNDIGUNG

STELLUNGNAHME ZU DEN AUF INSTAGRAM ERHOBENEN VORWÜRFEN IM KONTEXT DER SONDER-ANKÜNDIGUNG

München, den 21. Oktober 2026

Vorwort

Es wurden vorrangig von einem Personenkreis aus der Münchner Kollektivszene verschiedene Vorwürfe gegen das DNA, seine Mitarbeitenden und insbesondere Personen in verantwortlichen Positionen erhoben.

Wir haben uns bislang nicht öffentlich zu diesen Vorgängen geäußert, da wir die Situation zunächst intern und rechtlich aufarbeiten wollten. Angesichts der aktuellen Diskussion um die Ankündigung von SONDER möchten wir nun Stellung beziehen und auf die wesentlichen Punkte eingehen.

Zu den Vorwürfen sexueller Belästigung und Übergriffe

Wir nehmen Vorwürfe sexueller Belästigung und Übergriffe sehr ernst und stellen uns auf die Seite der Betroffenen. In den Fällen zwischen Besuchern, von denen wir Kenntnis erhalten haben, haben wir reagiert und je nach Situation auch die Polizei eingeschaltet. In entsprechenden Fällen wurden Personen zudem dauerhaft aus dem Club ausgeschlossen.

Den Vorwurf, bei sexueller Belästigung oder Übergriffen wegzusehen, weisen wir entschieden zurück. Uns ist bewusst, dass solche Situationen für Betroffene belastend sein können und dass nicht jeder Vorfall unmittelbar an die Verantwortlichen herangetragen wird. Wir wollen deshalb weiterhin dafür sorgen, dass Hinweise ernst genommen werden und Betroffene Anlaufstellen finden.

Gleichzeitig wurden die öffentlich verbreiteten Vorwürfe gegen die Verantwortlichen des DNA bislang nach unserem Kenntnisstand nicht so konkretisiert, dass wir einzelne Sachverhalte nachvollziehbar prüfen und dazu Stellung beziehen könnten. Uns sind in diesem Zusammenhang keine entsprechenden Ermittlungsverfahren oder Verurteilungen gegen die Verantwortlichen bekannt.

Unser Gesprächsangebot

Wir haben wiederholt Gespräche zur Klärung der Vorwürfe angeboten. Dieses Angebot richtete sich sowohl an die Personengruppe, die die Anschuldigungen vorrangig öffentlich verbreitet, als auch an einzelne Personen, die sich öffentlich zu den Themen geäußert hatten.

Um eine sachliche Aufarbeitung in einem neutralen Rahmen zu ermöglichen, haben wir eine Moderation durch die MoNa (Moderation der Nacht), eine städtische Stelle der Landeshauptstadt München, vorgeschlagen.

Bis zum heutigen Tag wurde dieses Gesprächsangebot nicht angenommen.

Daher möchten wir erneut auf staatliche und neutrale Institutionen verweisen, an die konkrete Hinweise übermittelt werden können. Auf diesem Weg können uns Informationen aus einer unabhängigen Quelle erreichen, die es uns ermöglichen, zu konkreten Vorwürfen Stellung zu beziehen.

Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“: 116 016

Hilfetelefon „Gewalt gegen Männer“: 0800 123 99 00

Hilfetelefon Sexueller Missbrauch: 0800 22 55 530

Wir sind weiterhin bereit, konkrete Hinweise entgegenzunehmen, diese zu prüfen und bei Bedarf externe Stellen einzubeziehen. Uns geht es nicht darum, Kritik zu verhindern oder mögliche Missstände kleinzureden. Wir möchten verstehen, was konkret vorgefallen sein soll, um angemessen darauf reagieren zu können.

Was wir kritisch sehen, ist die öffentliche Verbreitung schwerwiegender Anschuldigungen, ohne die zugrunde liegenden Sachverhalte nachvollziehbar zu benennen. Insbesondere die pauschale Bezeichnung von Personen als Straftäter halten wir für problematisch, solange keine entsprechende rechtskräftige Verurteilung vorliegt. Vorwürfe müssen ernst genommen werden. Gleichzeitig sollte zwischen Anschuldigungen gerichtlich festgestellten Tatsachen unterschieden werden.

Die Art und Weise, in der die Vorwürfe öffentlich verbreitet werden, wirft bei uns die Frage auf, inwieweit tatsächlich Interesse an einer sachlichen und konstruktiven Aufarbeitung besteht. Über die weiteren Beweggründe dahinter möchten wir nicht spekulieren.

Was wir zum Schutz unserer Gäste tun

Wir arbeiten kontinuierlich daran, einen sicheren und respektvollen Raum für unsere Gäste zu schaffen. Dafür haben wir Maßnahmen etabliert, die auch für SONDER gelten.

Unser öffentlich einsehbarer Code of Conduct wurde in Zusammenarbeit mit The AwareMind Project erarbeitet. Darüber hinaus verfügen wir über ein Awareness-Konzept, für dessen Umsetzung unser Team ebenfalls von The AwareMind Project geschult und zertifiziert wurde. Bei Großveranstaltungen arbeiten wir darüber hinaus mit externen, professionellen Awareness-Teams zusammen, die Betroffenen als zusätzliche Anlaufstelle zur Verfügung stehen.

Wir wissen, dass solche Maßnahmen keinen vollständigen Schutz vor jedem Vorfall garantieren können. Sie sind für uns aber ein wichtiger Bestandteil unserer Verantwortung.

Wer im DNA etwas erlebt hat oder uns einen konkreten Hinweis mitteilen möchte, kann sich seit Cluberöffnung jederzeit vertraulich an awareness@dna-club.de wenden.

Zu polizeilichen Vorgängen

In den vergangenen drei Jahren haben wir in Fällen, in denen uns Vorfälle zwischen Gästen innerhalb unseres Clubs bekannt wurden, selbst die Polizei hinzugezogen. Ob in diesen Fällen jeweils Ermittlungsverfahren eingeleitet wurden, ist uns nicht bekannt.

Darüber hinaus ist uns ein laufender polizeilicher Vorgang im Zusammenhang mit einer körperlichen Auseinandersetzung bekannt, an der eine verantwortliche Person beteiligt war. In diesem Zusammenhang wurden gegenseitig Strafanzeigen erstattet. Der Vorfall ereignete sich außerhalb des Clubbetriebs und wird von den zuständigen Behörden bearbeitet.

Zum genauen Tathergang liegen uns gegensätzliche Darstellungen vor. Daher möchten wir der laufenden Aufarbeitung durch die zuständigen Behörden nicht vorgreifen und vertrauen auf die rechtsstaatliche Klärung des Sachverhalts.

Interne Veränderungen

Unabhängig vom Ausgang der laufenden Aufarbeitung haben wir einvernehmlich entschieden, dass die von den Vorwürfen betroffene Person aus der Geschäftsführung vorerst freigestellt wird. Damit wollen wir der notwendigen Aufarbeitung Raum geben.

Sollten sich im Rahmen einer sorgfältigen rechtsstaatlichen Prüfung hinreichende Anhaltspunkte für die erhobenen Vorwürfe ergeben, ist eine dauerhafte Abbestellung aus der Geschäftsführung vorgesehen.

Zur Ankündigung von SONDER

SONDER ist als eigenständige Venue zu verstehen und soll DNA weder ersetzen noch ablösen. Beide Marken haben ihre eigene Identität und verfolgen unterschiedliche Ansätze.

Die Entwicklung von SONDER hat bereits lange vor dem Aufkommen der öffentlich verbreiteten Anschuldigungen begonnen und ist das Ergebnis eines über Monate hinweg geplanten strategischen Prozesses. DNA wird nicht geschlossen, sondern als Veranstalter weiterhin existieren. Innerhalb der neuen Venue wird es für Techno stehen und seine bestehende Identität fortführen. SONDER hingegen schafft als Venue den Rahmen, um sich musikalisch und kulturell darüber hinaus weiterzuentwickeln, neue elektronische Genres abzubilden und zusätzliche Veranstaltungsformen zu ermöglichen.

Die Entstehung von SONDER ist daher weder eine Reaktion auf die erhobenen Anschuldigungen noch der Versuch, von diesen abzulenken.

Unsere Haltung zu Kritik und öffentlicher Diskussion

Kritik gehört zur Clubkultur. Wir wollen nicht verhindern, dass Missstände angesprochen werden, und wir erwarten auch nicht, dass unsere Arbeit grundsätzlich frei von Kritik bleibt.

Entscheidend ist für uns, dass konkrete Hinweise geprüft werden können und alle Beteiligten die Möglichkeit haben, sich mit den jeweiligen Sachverhalten auseinanderzusetzen.

Pauschale Anschuldigungen, Beleidigungen und persönliche Angriffe gegen unser gesamtes Team helfen aus unserer Sicht nicht dabei, Missstände aufzuklären. Entsprechende Äußerungen haben wir dokumentiert. Soweit sie rechtlich relevante Grenzen überschreiten, lassen wir diese prüfen und behalten uns vor, die zuständigen Stellen einzuschalten. Dabei geht es uns nicht darum, sachliche Kritik zu unterbinden, sondern die Persönlichkeitsrechte unseres Teams zu schützen.

Wir wollen weder Vorwürfe pauschal zurückweisen noch ungeklärte Sachverhalte vorwegnehmen. Wir wünschen uns eine Auseinandersetzung, in der konkrete Hinweise benannt, sorgfältig geprüft und angemessen bewertet werden.

Unsere Werte und unser Anspruch

DNA soll ein offener Raum für alle Menschen sein – unabhängig von Herkunft, Geschlecht, sexueller Orientierung oder Identität. Homophobie, Rassismus, Sexismus und jede Form von Extremismus haben bei uns keinen Platz. Gleichzeitig wissen wir, dass auch die Clubkultur von gesellschaftlichen Machtverhältnissen und patriarchalen Strukturen geprägt ist. Wir sehen es als unsere Verantwortung, diese zu hinterfragen und aktiv daran zu arbeiten, sie aufzubrechen.

Wir erheben nicht den Anspruch, fehlerfrei zu sein. Nicht jeder Missstand ist für uns unmittelbar erkennbar, und nicht alles lässt sich sofort lösen. Entscheidend ist für uns, hinzuschauen, zuzuhören, Kritik ernst zu nehmen und aus Fehlern zu lernen. Wir wollen unsere Gäste schützen, Betroffene ernst nehmen und dort Konsequenzen ziehen, wo sie notwendig sind.

Wir glauben an die Rechtsstaatlichkeit und die Prozesse, die sich unsere Zivilgesellschaft gegeben hat. Uns ist bewusst, dass bestehende behördliche Prozesse für Betroffene oft zu lange dauern und deren Ergebnisse nicht immer als gerecht empfunden werden. Diese Probleme müssen angesprochen werden. Dennoch dürfen öffentliche Vorverurteilungen und digitale Selbstjustiz eine sachliche Aufklärung nicht ersetzen.

Für uns schließen sich der Schutz Betroffener, die Bereitschaft zur Aufklärung und rechtsstaatliche Grundsätze nicht aus. Sie gehören zusammen. Wir sind bereit, Verantwortung zu übernehmen und uns mit konkreter Kritik auseinanderzusetzen. An diesem Anspruch wollen wir uns messen lassen.

Fazit

Wir wissen, dass die aktuelle Diskussion Fragen aufwirft und dass sich viele Menschen eine klare Einordnung wünschen. Deshalb möchten wir transparent machen, was uns bekannt ist, welche Maßnahmen wir ergriffen haben und welche Konsequenzen wir aus der Situation ziehen.

Wir nehmen konkrete Hinweise ernst und sind bereit, uns mit den zugrunde liegenden Sachverhalten auseinanderzusetzen. Gleichzeitig halten wir es für wichtig, zwischen Vorwürfen und nachgewiesenen Tatsachen zu unterscheiden.

Unser Anspruch bleibt, Verantwortung zu übernehmen, mögliche Missstände aufzuarbeiten und einen Ort zu schaffen, an dem Menschen gemeinsam Musik erleben können und respektvoll miteinander umgehen.